WAS STEHT HINTER DER ENTSTEHUNG DER MARKE PSí HUBÍK?

 
 
 

PSí HUBÍK? Die Marke, die heutzutage von Motorradfahrern der ganzen Welt getragen wird, entstand aus der Idee von Ing. Libor Hubík. Wer kann also zu PSí mehr sagen als der Gründer und Besitzer selbst. Was hat Libor alles durchgemacht und was hat ihn zur Gründung von PSí geführt? Wir haben ihn ausgefragt, um festzustellen, wie alles begann!

 

Wann und warum ist die Unternehmensidee gekommen?

Libor: Seit 1985 bin ich Straßenrennen in der Klasse 250 ccm mit der Jawa „der Symmetrischen“ gefahren. Zu der Zeit gab es einen erheblichen Mangel an allen Rennen-Sachen und außer der bescheidenen Produktion von Rennen-Overalls in Most, war es möglich nur gebrauchte Overalls zu beschaffen. Diese wurden inoffiziell von unseren westlichen Nachbarn zu uns gebracht, und die Möglichkeit dabei die Größe oder die Farbe zu wählen, zählte in die Kategorie der unerfüllbaren Träume. Die damalige Produktion der italienischen Hersteller von Motorradkleidung, die ich in Brno bei der Weltmeisterschaft gesehen habe, faszinierte mich. Die Zusammenbindung von Technologie und Design in einer funktionellen Gesamtheit war bezaubernd. Als das Jahr 1989 kam, und folgend auch die Möglichkeit des freien Unternehmens, entstand die erste Idee, solche Produkte selber herzustellen und zwar hier bei uns, in Tschechien.

 

Von der ersten Idee und dem ersten Schritt tatsächlich irgendwie anfangen zu unternehmen…Wie viel Zeit hast du dafür gebraucht?

Libor: 1990 habe ich meinen Hochschulabschluss gemacht und obwohl mich das Unternehmen gereizt hat, habe ich als Werkzeugkonstrukteur das damalige Werk des genauen Maschinenbaus angetreten. Mit dem Unternehmen, ob man das überhaupt so formulieren kann, habe ich dann nach der Arbeit angefangen. Es war mehr oder weniger meine Freizeitaktivität. In Hinsicht auf geringe fachliche Kenntnisse und kein Finanzkapital (überdies musste ich noch länger als ein Jahr meine Schulden zurückzahlen, die wegen meiner Rennen-Tätigkeit entstanden sind) hat es drei Jahre gedauert, bis ich mich entschieden habe, meine Arbeit zu verlassen und sich bloß dem Unternehmen zu widmen.

 

Was musstest du alles bewältigen, bis das erste Produkt entstanden ist?

Libor: Vor allem richtige Leute finden, aber vorher noch die Kleiderkonstruktion und die Technologie der Kleiderproduktion lernen. Von der Ausbildung und meinen vorigen Erfahrungen her bin ich Maschinentechniker und das alles war für mich neu. 

Was war dein erstes Produkt? Und wie hast du es verkauft?

Libor: Es war ein Nierengurt und ich habe ihn auf dem Markt auf dem Hauptplatz in Zlín, ich glaube für 50 Tschechoslowakische Kronen, verkauft.

 

Warum hast du deine Firma gerade PSí HUBÍK genannt?

Libor: PSí kommt aus dem griechischen, phonetisch geschriebenen Y (weil es mir gefallen hat) und HUBÍK ist ja mein Nachname.

 

Wann hattest du das Gefühl, dass du das alleine nicht schaffen kannst und ein Team von Leuten brauchst?

Libor: Schon von Anfang an war es mir klar, dass das Produkt, was ich anbieten möchte, von einem Team von wahren Professionellen geschaffen werden muss.

 

Wer waren deine ersten Angestellten und wie hast du sie gewonnen?

Libor: Die meisten waren die Arbeiter des Schuhkonzerns namens Svit, sowie auch junge Absolventen, die für meine Pläne begeistert waren und keine Angst hatten, etwas Neues, Unbekanntes zu probieren.

 

Gab es irgendwelche Meilensteine in deinem Unternehmen, die dich nach vorne gebracht haben oder im Gegenteil eher gebremst haben?

Libor: Jedes Hindernis, das der Mensch oder die Gesellschaft überwindet, verschiebt die Entwicklung sowie die Persönlichkeit nach vorne, das ist das Prinzip des Fortschrittes. Ich glaube, dass ich ab und zu von meiner eigenen Angst, manchmal von der Unkenntnis angebremst werde.

 

Du bist Maschinentechniker, sowohl durch deine Ausbildung, als auch durch das technische Denken. Ist es für PSí HUBÍK von Vorteil?

Libor: Ich glaube ja, von großem Vorteil. Im Maschinenwesen habe ich gelernt, die besten technischen Lösungen zu suchen, die die Eigenschaften des Produktes ständig verbessern. Dieses Prinzip wende ich auch jetzt an. Die Motorradbekleidung nehme ich als hochtechnisches Produkt, Zusammenbindung von Schutz, Zweckmäßigkeit und Design wahr. Deshalb sind Physik, Mechanik und Mathematik ein notwendiger und guter Partner für mich.

 

26 Jahre im Leben einer Firma ist eine sehr lange Zeit. Es ist ein Stück des Weges, der Entwicklung, Änderungen, Bilanzen…. Wie würdest du dein Unternehmen heute charakterisieren?

Libor: Ich bin vor allem froh, dass es uns gelungen ist, den Zeitraum zu überstehen, wo der Import der billigen Ware aus Asien viele tschechische sowie europäische Firmen der Kleider-und Schuhindustrie liquidiert hat.
Wir haben überlebt, weil wir keine so große Firma sind. Jetzt erwartet uns die nächste Aufgabe, die nicht leicht ist, die Tradition zu behalten, um das Handwerk an die nächsten Generationen zu übergeben.

 

Den Titel des Gründers der Firma PSí nimmt dir jetzt keiner mehr weg. Wie siehst du es weiter? Wo siehst du deine Firma in 10, 20, 30 Jahren?

Libor: Es ist eher mein großer Wunsch: ich wünschte mir, dass PSí HUBÍK immer die besten Produkte sowie komplexes Service für den Kunden und hervorragende Prestigearbeit für jeden Angestellten bedeutet.